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PRESSESCHAU: Via England zum Schwingfestsieg

Sinisha Lüscher gewinnt den Frühjahrsschwinget in Suhr und damit sein erstes Fest bei den Aktiven.


Zwei Wochen verbrachte Sinisha Lüscher in England. Mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison. In der Regel ist die Reise in ein Land, in dem nicht geschwungen wird, nicht gerade förderlich für die Frühform. Aber was heisst das schon bei einem wie ihm, dem fast alles zugetraut wird?

Nichts, wie sich am Sonntag in Suhr zeigte. Am Frühjahrsschwinget gewann der 18-Jährige sein erstes Fest bei den Aktiven. Danach sagte er: «Die Reise war schon länger geplant. Schliesslich mache ich eine Berufslehre und für die war ein Sprachaufenthalt wertvoll.» Er weiss: Eine schwere Verletzung reicht, und schon zählt es nichts mehr, wenn man von Experten als künftiger König gehandelt wird.


Gewonnen hat er trotzdem. Lüscher hatte in einigen Gängen jedoch mehr Mühe als ihm lieb ist. Zwar kam er mit Ausnahme des Duells mit Eidgenosse Patrick Räbmatter immer zum Sieg. Doch oft tat er sich gegen schwächer eingestufte Gegner ziemlich schwer. Und im Schlussgang, als ihm mit Tim Roth ein ebenbürtiger Gegner gegenüberstand, war er fast viereinhalb Minuten lang der schlechtere Schwinger. Roth war dem Sieg zweimal nahe, ehe er von Lüscher gekonnt ausgekontert wurde. Bis dahin wirkte Lüscher ungewohnt passiv. Zwar sprach er davon, dass er sich bewusst zu Beginn etwas zurückgehalten habe, um später im Gang den Unterschied im konditionellen Bereich zu machen. Doch diese Taktik ist riskant.

Am Sonntag ging es gut. Und Lüschers Sieg kann man schon fast ein wenig als Heimsieg verbuchen. Der 18-Jährige ist vor kurzem nach Muhen gezogen. Antreten wird er aber weiter für en Schwingklub Olten-Gösgen, dem er schon angehörte, als er in Uerkheim wohnte.

Lüscher lässt sich Zeit und nervt damit das Publikum

Den stärksten Eindruck hinterliess trotz Schlussgangniederlage Tim Roth. Der 19-Jährige war in all seinen Gängen tonangebend und grif auch im gestellten Gang gegen Räbmatter an. Roth liess sich auch nicht beirren, als sich Lüscher vor dem Schlussgang viel Zeit nahm, als er bereits im Sägemehl wartete. «Mich hat das nicht gestört», sagte er. Anders ging es einigen Zuschauern, denen das Verhalten von Lüscher überhaupt nicht passte. Lüscher selbst meinte dazu: «Manchmal bin ich etwas spät dran. Mir ist wichtig, bereit zu sein. Darum nehme ich mir diese Zeit.» Von vermeintlichen Psychospielchen wollte er nichts wissen.

Damit zurück zum Tim Roth. Sein starker Auftritt ist hoch einzustufen. Schliesslich konnte er nach einer Meniskusoperation im September erst verspätet ins Schwingtraining einsteigen. Mit Blick auf das erste Kranzfest am kommenden Sonntag ist Roths Leistung für das Aargauer Team ein Aufsteller. Denn sonst geht es an Krücken. Nick Alpiger verpasst nach einem Kreuzbandriss die ganze Saison. Tobias Widmer laboriert an einem Teilabriss des Aussenbands im Knie. Und Andreas Döbeli wollte in Suhr eigentlich testen, ob sein Knie trotz eines Anrisses des Kreuzbandes bereit ist für die Belastungen des Wettkampfs. Weil die Schmerzen aber noch zu gross sind, musste er seinen Start absagen.

Nichts mit dem Festsieg zu tun hatten die beiden anderen Spitzenschwinger aus der Region. Patrick Räbmatter belegte mit je drei gewonnenen und gestellten Rängen Rang ab. Kaj Hügli klassierte sich mit zwei Siegen, drei Gestellten und einer Startniederlage gegen Sieger Lüscher auf Platz 10e. Quelle: Zofinger Tagblatt

Bericht: Martin Probst

Bild: Ludwig Dünner


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