top of page

PRESSESCHAU: Gewinnt Sinisha Lüscher sein «Heimspiel»? (Oltner Tagblatt)

Am vergangenen Sonntag verpasste das Riesentalent des Schwingklubs Olten-Gösgen seinen ersten Kranzfestsieg nur knapp. Am Sonntag gehört er in Obergösgen nun zum engsten Favoritenkreis.


Sinisha Lüscher mochte nicht zusehen. Und Trainer Gregor Bucher zählte innerlich die Minuten und Sekunden. Am Nord- westschweizer Teilverbandsfest in Lausen standen sich am letztem Sonntag Marcel Bieri und Samuel Schmid im Schlussgang gegenüber. Hätten sich die beiden «Finalteilnehmer» unentschieden getrennt, dann wäre Lüscher der lachende Dritte gewesen und hätte den Festsieg geerbt dank der höheren Gesamtnote. Doch dann bodigte der Innerschweizer Gast Bieri den Fricktaler Schmid nach 8:30 Minuten doch noch und holte sich den Titel.


Probleme gegen destruktive Gegner

3:30 Minuten fehlten letztlich zum «Gestellten», welcher Sinisha Lüscher den grössten Triumph seiner noch jungen Karriere beschert hätte. Der 18-Jährige nahm das Verdikt – zumindest äusserlich – mit einer grossen Portion Gelassenheit zur Kenntnis. Als alleiniger Zweiter der Schlussrangliste und total 58.00 Notenpunkten hatte er das beste Ergebnis seiner noch kurzen Laubahn als Aktivschwinger verbucht. Fünfmal war er als Sieger aus dem Sägemehl gegangen.


Nur einmal gelang ihm das nicht. Gegen Samuel Schmid reichte es nur für einen Gestellten, was schon genug war, um Lüschers Schlussgangteilnahme zu verhindern. Gegen den zähen und routinierten Fricktaler fand der Teenager keine Mittel und Wege zum Sieg. Was gleichzeitig eine seiner wenigen Schwächen, die er noch hat, akzentuierte. Wenn ein Gegner nicht mitschwingen will und nur darauf bedacht ist, nicht zu verlieren, dann hat Sinisha Lüscher selten eine Lösung zur Hand. Er kann solche «destruktiven» Kontrahenten noch nicht, wie die Grössen der Szene, mit Kraft und Explosivität ins Sägemehl wuchten.


Nichtsdestotrotz: Wer im Alter von 18 Jahren bereits 9 Kränze gewonnen hat und regelmässig Eidgenossen ins Sägemehl legt, der ist auf einem guten Weg. Dazu gehört auch, dass Sinisha Lüscher bei seinem Heimfest am Sonntag am Munimatt- Schwinget in Obergösgen zu den Topfavoriten gehört. Zwar ist das Teilnehmerfeld mit knapp 50 Schwingern überschaubar, aber es gibt doch den einen oder anderen Kontrahenten, der ihm den Heimsieg streitig machen möchte.


Ausgeglichene Bilanz gegen Räbmatter

Allen voran der Aargauer Eidgenosse Patrick Räbmatter. Er ist der einzige «Böse», der am Sonntag am Start stehen wird. Also werden alle Augen auf den Vertreter des Schwingklubs Zofingen gerichtet sein. Gut möglich, dass das Duell Lüscher gegen Räbmatter auch der Schlussgang sein wird. Trotz des jugendlichen Alters von Lüscher, der lange Zeit selben Dorf wie «Räbi», in Uerkheim AG, wohnte (mittlerweile ist Lüscher in Muhen AG zu Hause), sind die Beiden bereits fünfmal aufeinandergetrofen. Alleine in diesem Jahr bereits dreimal. Die Bilanz? Komplett ausgeglichen. Ein Sieg für Räbmatter am Solothurner Kantonalen, ein Gestellter am Suhrer Frühjahrsschwinget (welches Lüscher am Ende gewann) und ein Sieg des Jünglings – am vergangenen Sonntag am NWSV-Fest in Lausen. Schon im vergangenen Jahr hatte es Lüscher am Aargauer Kantonalen geschaft, den 150-Kilo-Brocken ins Sägemehl zu wuchten. Was zeigt, welches riesiges Potenzial da vorhanden ist.


Doch nicht nur Sinisha Lüscher und Patrick Räbmatter werden am Sonntag heisse Anwärter auf den Festsieg sein, sondern auch der Erlinsbacher Oliver Her- mann. Der Schwinger des Schwingklubs Aarau ist der dritte prominente Teilnehmer. Auch er ist einer der Athleten, gegen den es schwierig sein kann, ein Resultat zu erzielen. Die letzten drei Direktbegegnungen zwischen Hermann und Räbmatter endeten ebenso gestellt wie das bisher einzige Duell gegen Lüscher.


Das Munimatt-Schwinget auf der Saisonplanung hat auch Titelverteidiger Tiago Vieira. Der Sieger aus dem Jahr 2022 (letztes Jahr fand in Obergösgen das Solothurner Kantonale statt) war jedoch – Stand Donnerstag – noch nicht auf der Meldeliste. Der Routinier des Schwingklubs Aarau gab erst kürzlich sein Comeback nach langer Verletzungspause und dürfte noch nicht bereit sein für den Sprung ganz an die Spitze. Immerhin: Am Nordwestschweizer musste er sich nur dem Berner Eidgenossen Michael Ledermann geschlagen geben und rang dem letztjährigen Schwägalp-Sieger Mario Schneider einen Gestellten ab.


Unter den gegen 50 gemel- deten Aktivschwinger stehen mit Simon Stoll (Schwingklub Mümliswil) und Oldie Johann Scherrer (41/Dorneck-Thierstein) zwei weitere Teilverbandskranzer am Start. Mit Moritz Buchmann (Lenzburg), Manuel Gerber (Muttenz), Daniel Rüegg (Mümliswil) und Klemens Stegmüller (Dorneck) sind weitere Eichenlaub-Träger angemeldet. Gleichzeitig zu den Aktiven werden am Sonntag auch gut 120 Jungschwinger bei der Arbeit zu bestaunen sein. Der Schwingbetrieb auf dem Festgelände beginnt um 9 Uhr. Der Schlussgang der Aktivschwinger ist gegen 16.30 Uhr geplant.


Quelle: Oltner Tagblatt

Bericht: Marcel Kuchta

Bild: Abdiaziz Abdullahi

99 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Comments


bottom of page